Bauzeitenplan
Ein Bauzeitenplan bildet den zeitlichen Ablauf eines Bauprojekts ab: welche Vorgänge in welcher Reihenfolge und in welchem Zeitraum stattfinden. Er ist das zentrale Steuerungsinstrument, um Termine zu halten und Gewerke aufeinander abzustimmen.
Was ein Bauzeitenplan enthält
- Alle wesentlichen Vorgänge mit Start, Dauer und Ende.
- Abhängigkeiten, die die Reihenfolge festlegen.
- Meilensteine für die wichtigen Abschnitte.
Häufig wird ein Bauzeitenplan als Gantt-Diagramm dargestellt. In Menira entsteht er visuell und lässt sich druckfertig für Sitzung und Baustelle ausgeben.
Nicht ein Plan, sondern drei Ebenen
In der Praxis wird nicht mit einem einzigen Plan gearbeitet, sondern mit drei Ebenen unterschiedlicher Granularität: dem Planungsprogramm über alle Projektphasen, dem Gesamtbauprogramm über den Bauprozess und dem Wochenprogramm für die Feinsteuerung auf der Baustelle. Sie ersetzen einander nicht – jede beantwortet eine andere Frage.
Woran sich ein realistischer Plan erkennen lässt
Ein Bauzeitenplan wird nicht dadurch belastbar, dass alle Balken lückenlos aneinanderstossen. Drei Dinge werden erfahrungsgemäss am häufigsten vergessen:
- Vorlauf- und Produktionszeiten – manche Bauteile werden erst am gebauten Objekt aufgemessen.
- Trocknungszeiten, in denen nichts geschieht und trotzdem nicht weitergebaut werden kann.
- Betriebsferien im Winter und Sommer sowie die Zeit zwischen Bauende und Übergabe.
Der Kalender ist eine Vorgabe, keine Rechengrösse
Betriebsferien sind keine Unschärfe, die sich später auffangen liesse, sondern eine Vorgabe wie jede andere. In der Ausbildung werden sie dem Bauprogramm von Anfang an mitgegeben – üblicherweise zwei Wochen Sommerferien und die Wochen um Weihnachten und Neujahr. Ein Plan, der über diese Wochen durchrechnet, ist rechnerisch richtig und praktisch falsch: Die Termine verschieben sich nicht um Tage, sondern um die volle Ferienlänge, und zwar für alle nachfolgenden Vorgänge zugleich.
Ebenso wenig beliebig ist die Zeiteinheit. Meilensteinkataloge über zwei Baujahre werden in der Schweizer Baupraxis durchgehend in Kalenderwochen geführt, nicht in Tagesdaten – die Kalenderwoche ist die geläufige Terminwährung auf der Baustelle. Das ist mehr als Gewohnheit: Sie trifft die Genauigkeit, die auf dieser Planungsebene ehrlich ist, und erspart die Scheingenauigkeit eines Datums, das ohnehin um zwei Tage wandert.
Verbindlich wird ein Bauzeitenplan zudem erst, wenn er als Terminprogramm vereinbart oder genehmigt ist. Ohne diesen Schritt bleibt er eine Absichtserklärung – gut für die Koordination, aber ohne Wirkung, wenn Termine später strittig werden.